Slowenien und Italien ohne Mautstraßen

Slowenien ohne Mautstraßen kannten wir schon. Aber was uns jetzt erwartete, konnte niemand wissen.

Der Weg führte einspurig durch den Parco Naturale Regionale delle Prealpi Giulie, Italien. Steil bergauf und steil bergab. Und natürlich kamen uns zwei Fahrzeuge entgegen. Bei der Abfahrt mussten wir Pausen machen, da die knapp 2,5 t so sehr auf die Bremsen wirkten, dass die Bremsleistung schwächer wurde. Die Felgen waren dermaßen heiß, dass man sie nicht mehr anfassen konnte.

Campingplatz Tolbacher See, Dolomiten, Bozen, Italien

Den Kleinen hätte ich gerne direkt mitgenommen.

Da es hier unentwegt regnete, entschlossen wir uns die Station „Pragser Wildsee“ fallen zu lassen und direkt ein befreundetes Pärchen in Ofterschwang bei Sonthofen zu besuchen.

Fahrt durch die Wolken

Es geht wieder nach Norden…

gefühlt die falsche Richtung. Drei Wochen können doch nicht so schnell vorbei sein.
Ein bis zwei Zwischenstops sind ja noch geplant. Mal sehen…

First Stop Campingplatz Tolbacher See, Bozen, Italien bei den Dolomiten und Wanderung um den nahegelegenen Pragser Wildsee.

Historischer Pfad 1. Weltkrieg, Kobarid, Slowenien

Kobariški muzej, Gregorčičeva ulica 10, 5222 Kobarid, Slovenia

Heute ins Museum und der Rundweg (3-5 h laut Infoblatt). Kurz vor Mittag sind wir los. 1,5 l Wasser, ein paar Kekse dabei, unerträglich heiß. So die Voraussetzungen.

Der Zeitplan wurde schon an der ersten Station dem Museum gerissen. Die Stimmung litt zu Recht beim Besuch des Museums. Viele Tagebucheinträge von Soldaten mit passenden Bildern. Sinnloser Krieg macht nachdenklich. So ließen sich die Stationen des Rundwegs einsortieren und das einfache Abklappern der Stationen wurde mit Wissen gefüllt.

Hier einfach ein paar Bilder vom Weg. Den sollte jeder selber gehen. Wer weiß wie lange wir noch eine solch unberührte Natur genießen können. Gerade weil das Verständnis der Geschichte immer mehr verloren geht.

Kamp Lazar, Kobarid, Slowenien

Kamp Lazar Edi Lazar s.p., TRNOVO OB SOČI 1 B, 5222 Kobarid, Slovenia

Diese Wahnsinns-Location hätten wir weder gefunden noch überhaupt gesucht. Riesen Tipp von Rüdiger und Frau, sowie dem VfB Stuttgart Fan mit Frau (Sorry, aber wir haben vergessen die Namen zu erfragen. Email kommt!).
Der Weg war schon ein Abenteuer.

Von Kroatien durch Slowenien (diesmal die grüne Grenze von der anderen Seite des Schlagbaums angefahren – ja, besser auf die Karte schauen. Umweg 1,5h und Grenzübergang „Gradin“ an der 626 nehmen!).

Dann durch Italien. Als ob Caesar selbst vor Kurzem hier vorbei gefahren wäre.
Wieder in Slowenien rein. Unsicher wie das hier aussieht. Österreich, Allgäu? Vorherrschende Farbe: GRÜN!

Napoleon’s Bridge, 5222 Kobarid, Slovenia

Die Anfahrt über die Napoleon Brücke (heiß umkämpft im 1. Weltkrieg) kurz vor dem Campingplatz war schon beeindruckend.

Wie gesagt, die Location ist der Knaller. Das Publikum dem Sportangebot entsprechend. Kajakfahren, Paragliding, Rafting, usw.
Was wir der Erklärung nach nicht kapiert haben (da waren wir nicht die Einzigen), waren die einzelnen (drei!) Plätze welche zur Auswahl stehen. Hätten wir die gefunden, wären wir sicherlich mit einigen wenigen Wagen auf einer großen Wiese gelandet.
Möglichkeiten:
– Standardplätze direkt um die Loge herum
– Standardplätze im Norden direkt am Mahnmal (da standen wir). Strom und Kaltduschen alle 15m

– Große Wiese oberhalb, andere Wegseite im Norden (1. Wahl! Alle Einrichtungen auch dort vorhandenen)

– Große Wiese, andere Wegseite ein Stück zurück, hoch Richtung Wald mit Rehen auf dem Platz. Sehr spartanisch, aber alles da. Allerdings zwei Dixie Klos. (Da dort zwei dubiose Herren ihre Zelte aufgeschlagen hatten und diese einen komplett mit 0,5er Bierdosen gefüllten gelben Sack dort stehen hatten, sind wir nach der Bemerkung „wir sind laut“ gegangen. War gut. Heute gabs dort ein Megadeath Privatkonzert aus dem Autoradio.)

Zeit für die erste Wanderung zu den Wasserfällen.
Es war schon später Nachmittag, aber wir sahen vom Auto aus Leute von einer hohen Brücke ins Wasser springen und dachten „Was Du hast, haste!“. Also los, der Nase lang.

Keine 30m entfernt stießen wir auf das erste Mahnmal. Da wussten wir noch nicht, dass dies eine MG-Stellung aus dem 1. Weltkrieg ist.

Italijanska obrambna linija, levi breg, Trnovo ob Soči 1b, 5222 Kobarid, Slovenia

15m Hängebrücke, schön wackelig.

Hier direkt die Stufen runter trafen wir auf viele staunende Gesichter „such a beautiful place“. Glasklares, türkises Wasser zwischen weißem Gestein und drüber die Brücke. Diese wurde an exakt der gleichen Stelle gebaut wie sie auch schon im Kriegszeiten dort stand.

Auf der anderen Seite hatten wir das Ziel „Wasserfall“ im Sinn. Auf dem Weg gab es noch 2-3 Bärenhöhlen zu sehen.

Wieder Leute, die von schmalen Absätzen in gut 10 m Höhe ins kalte Wasser springen. Dieses Mal an einem schmalen Wasserfall.
Das was aber immer noch nicht der angekündigte welche. Weiter!

So langsam dachten wir, dass wir im Auenland oder bei Jurassic Park gelandet sind. Diese grüne Hölle ist wirklich unfassbar.

Slap Kozjak, Kozjak,, 5222 Kobarid, Slovenia

Endlich angekommen. Der Weg hat sich mehr als gelohnt. Wunderschön, wie der Wasserfall durch das Dach in der Höhle bricht und in klarem, türkisem Wasser nach 15-20m eintaucht. Staunende, sprachlose Menschen und der Selfie-Stick mit Smartphone versagt bei der Belichtung. Teenie Horrorvorstellung wahr geworden.

Ein Schild beim Rückweg erklärte dann, dass wir uns auf dem „Historischen Rundweg“ befinden. Da wurde dann klar, dass der Hügel am Campingplatz eine Verteidigungsstellung und die Bärenhöhlen Schutzräume sind. Am nächsten Tag würden wir dann ins Museum gehen und den Rundweg zu Ende bringen.

Der Abend verbrachten wir in der Lodge bei sehr gutem Essen und zum Schluss bei Rotwein vorm offen Ofen. Schöner geht’s kaum. Erinnerungen an Kanada wurden wach.

Mit den Rädchen ins Städtchen

Umag

Mit den beiden Oldtimern  haben wir uns auf den Weg nach Umag gemacht. Ca. 5 km.

Den Stränden auf der Strecke sieht man auf den ersten Blick nicht an,

was der Orkan vor zwei Wochen angerichtet hat. Hier sieht es teilweise so aus, wie vor einigen Jahren in Düsseldorf.

Umag selbst ist, solange man auf den offiziellen Wegen bleibt, ein beschauliches Städtchen. Erkundet man die Seitengassen, sieht das schon anders aus. Es scheint als ob nicht viel vom Tennis-Zirkus, für den Umag bekannt ist, ankommt.

Den haben wir uns dann auch direkt einmal angesehen. Croatia Open im ATP Stadium „Gorana Ivaniševića“. War aber langweilig und zuviel „Sehen und gesehen werden.“. Also wieder ins Dorf zurück. Da gibt’s tolles Eis und guten Kaffee.

Die Besichtigung der Dorfkirche darf natürlich nicht fehlen.

Noch schnell am Strand direkt in der Stadt vorbei …

und danach auf der anderen Seite im Hafen die Rädchen holen.

Der Dicke wäre gerne mitgekommen.

Ein Tag am Meer

🙂

Kaffeezeit

Kurz nach dem Schwimmen.

So gings los zum Abendessen.

Auswärts essen gehen ist weder nötig noch anders zu argumentieren. Sterne Küche könnte es nicht besser. Jedes Gericht, die Bedienung alles erste Klasse. Da könnten sich zuhause so einige Restaurants eine Scheibe von abschneiden.

Solch ein Sonnenuntergang… unbezahlbar!